Der August endete mit Kursgewinnen an den meisten großen Aktienmärkten, hinter denen sich jedoch eine deutliche Rotation zwischen Regionen, Sektoren und Einzeltiteln verbarg. Europa hielt sich fest, die USA gewannen an Breite, und der Nasdaq 100 holte nach der Schwäche des Vormonats auf. Den Ton gaben zwei Kräfte vor: Zum einen blieb der Konflikt zwischen den USA und Iran ungelöst, die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar, und die Ölpreise zogen zum Monatsende erneut an. Zum anderen verschob die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole die Erwartungen an die Geldpolitik. In der Berichtssaison setzte sich die Differenzierung fort. Nvidia lieferte mit einem Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar und einem Ausblick auf weiteres, kräftiges Wachstum ein Signal, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung anhält. Gleichzeitig verloren konzessionslastige Infrastrukturwerte, weil hohe Treibstoffpreise und ein schwächerer Autobahnverkehr auf die Ertragskraft drückten.
Konjunktur und Inflation
In den USA blieb ein klassisches Rezessionsmuster bis Juli aus, die Abkühlung am Arbeitsmarkt wurde aber greifbarer. Der Stellenbericht für Juli wies zunächst einen Abbau von 23.000¹ Stellen aus, zugleich wurden die Zahlen für Mai und Juni um zusammen 103.000 Stellen nach unten revidiert. Die Erwerbsbeteiligungsquote sank von 61,5%² auf 61,4%, sodass der leichte Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,1%³ nicht als Stärkung des Arbeitsmarktes zu lesen ist. Die Inflationsdaten für Juli wirkten auf den ersten Blick entlastend. Der Verbraucherpreisindex stieg gegenüber Juni nur um 0,1%⁴. Im Jahresvergleich lag die Teuerung bei 3,4%, die Kernrate bei 2,5%⁵. Energie verbilligte sich im Monatsvergleich um 1,5%⁶, blieb aber mit plus 14,7% gegenüber dem Vorjahr der zentrale Preistreiber. Benzin lag um 24,6%⁷ über dem Vorjahresniveau. Der Preisdruck über den Energiesektor ist damit nicht verschwunden.
Die zweite Schätzung bestätigte für das zweite Quartal ein annualisiertes Wachstum von 1,5% nach 2,1% im ersten Quartal⁸, gestützt durch Ausgaben für Konsum, Investitionen⁹ und Exporte¹⁰. Geringere Staatsausgaben¹¹ und höhere Importe¹² wirkten bremsend. Die privaten Konsumausgaben wurden auf 3,4%¹³ angehoben und unterstreichen eine noch robuste Inlandsnachfrage. Zusammengenommen ergibt sich das Bild einer sich abkühlenden Konjunktur bei einem Arbeitsmarkt, der sichtbar an Schwung verliert.
Die Schnellschätzung der europäischen Inflation für August zeigte nach einem Wert von 2,9% im Juli einen Sprung der Gesamtteuerung auf 3,3%¹⁴; die Energiekomponente beschleunigte sich auf 14,3%¹⁵. Die Kernrate gab leicht auf 2,5%¹⁶ nach. Konjunkturell überraschte die Region im zweiten Quartal positiv: Das BIP stieg um 0,4%¹⁷ zum Vorquartal, Deutschland wuchs nach Revision um 0,3%¹⁸. Die Geschäftserwartungen hellten sich im August weiter auf. Der Energieschock bleibt dennoch der sichtbare Hemmschuh der Erholung.
Geldpolitik
Im August tagte die Fed nicht. Der Leitzins blieb in der Mitte Juli mit neun zu drei Stimmen beschlossenen Spanne von 3,50 bis 3,75%¹⁹. Drei Mitglieder hatten bereits damals eine unmittelbare Anhebung um 25 Basispunkte gefordert. Das eigentliche geldpolitische Ereignis des Monats war deshalb das von der Kansas City Fed seit 1982 alljährlich im Grand Teton-Nationalpark ausgerichtete Symposium in Jackson Hole. Seit den 1980er-Jahren gilt die Veranstaltung als das wichtigste Event der Notenbankkommunikation, und ermöglicht dem Vorsitzenden das Setzen eines Kurses, ohne an offizielle Entscheidungen gebunden zu sein. Bei seiner ersten Ansprache am 28. August bekräftigte Kevin Warsh das Zwei-Prozent-Ziel als fest und unverrückbar, und beschrieb die jüngsten, etwas weicheren Preisdaten als unzureichend für eine klare Tendenz. Weiterhin nannte er die finanziellen Bedingungen kaum restriktiv, und erklärte, dass die Fed „Arbeit vor sich“ habe, solange kein belastbares Vertrauen darin bestehe, dass die zugrunde liegende Inflation klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf das Ziel von zwei Prozent zulaufe. Der Markt verstand die Botschaft als hawkish, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September stieg merklich an, ebenso die Renditen am kurzen Ende der Zinskurve. Der Dollar festigte sich, und die Reaktion an den Aktienmärkten fiel verhalten aus.
Die EZB beendete den August ebenfalls ohne Sitzung, sodass der Einlagensatz seit der letzten Anhebung im Juni bei 2,25%²⁰ verblieb.
Aktienmärkte im Überblick
Die Monatsbilanz fiel an den Aktienmärkten insgesamt positiv aus, die Gewichtung darunter verschoben sich jedoch deutlich. Der DAX gewann 2,45%, der Euro STOXX 50 1,08%. Der MSCI legte um 1,50% zu, der S&P 500 stieg um 2,62%, und der Nasdaq 100 um 4,18%. Gold gewann je Unze um 13,32%. Innerhalb des S&P 500 waren die Zugewinne hauptsächlich auf Gewinne im Bereich der Informationstechnologie zurückzuführen; der Sektor stieg um 6,19%. Die deutlich geringer gewichteten Werte aus den Bereichen Energie (6,48%) und Grundstoffe (5,82%) führten die sonstigen Gewinner an. Das Gesundheitswesen gewann 4,78%, Finanzwerte legten um 1,22% zu. Wenig berührt blieben Nicht-Basiskonsumgüter mit einer Wertentwicklung von -0,09%, die restlichen Verlierer waren Basiskonsumgüter -0,79%, Immobilienwerte mit -2,00% Prozent, Industrie mit -2,69%, und Versorger mit einem durchschnittlichen Wertverlust von -5,18%. Innerhalb des Technologiesegments wurden die Quartalszahlen von Nvidia gespannt erwartet. Präsentiert wurde ein Wachstum von 117% im Datacenter-Geschäft, übertroffene Erwartungen hinsichtlich sowohl Umsatz als auch Gewinn, und starke Ausblicke auf das laufende Quartal sowie das folgende Geschäftsjahr.
Top-Performer des Portfolios
SAP SE (+19,77 %): SAP zählte im August zu den klaren Gewinnern. Das zweite Quartal zeigte erneut Schwung im Cloud-Geschäft: Umsatz, Auftragsbestand und Cloud-ERP-Suite zogen an. Die leicht reduzierte Gewinnprognose, vor allem aufgrund kurzfristiger Übernahmeeffekte, trat hinter den belastbaren Auftragsbestand und die sichtbare Monetarisierung von Cloud- und KI-Lösungen zurück.
Accenture PLC A (+14,52 %): Nach den andauernden Kursverlusten seit Anfang des Jahres konnte Accenture die im Juli angefangene Erholung fortführen. Die Stimmung blieb zwar weiterhin durch die Frage, wie stark KI klassische Beratungsmodelle verändert belastet, die Aktie erschien jedoch vor dem Hintergrund weiterhin starker operativer Zahlen, angekündigter Übernahmen und Analystenanhebungen, in Verbindung mit Kursen unterhalb der Corona-Tiefpunkte vielen Marktteilnehmern attraktiv.
Check Point Software Techs Ltd. (+8,41 %): Check Point Software gehörte im August ebenfalls zu den Gewinnern. Der Quartalsgewinn des Technologiekonzerns lag über den Erwartungen, die Sicherheitsabonnements stiegen um 12 Prozent. Der Markt honorierte vor allem das Wachstum in E-Mail-Sicherheit, CTEM und KI-Sicherheit. Mit einer KI-Netzwerk-Firewall rückte das Unternehmen die Absicherung von Anwendungen und Agenten in den Vordergrund. Das schwächere Hardwaregeschäft trat demgegenüber zurück.
Schwächste Performer des Portfolios
Eiffage S.A. (−11,56 %): Eiffage kam trotz solider Halbjahreszahlen unter Druck. Gewinn und Auftragsbestand überzeugten, der rückläufige Pkw-Verkehr auf den französischen Autobahnen jedoch nicht. Die vorsichtigere Prognose für das Konzessionsgeschäft und anhaltend hohe Treibstoffpreise überlagerten die guten Zahlen im Contracting.
VINCI S.A. (−7,01 %): Auch VINCI spürte den schwächeren Autobahnverkehr. Nach einem soliden ersten Halbjahr und bestätigter Gesamtprognose belasteten rückläufige Zahlen bei VINCI Autoroutes, hohe Kraftstoffpreise und Hitzeperioden. Die Rotation zulasten zyklischer Infrastrukturwerte verstärkte den Druck, obwohl Energieservices und Contracting weiter solide liefen.
NGK Corp. (−6,90 %): Nach den starken Bewegungen der Vormonate und dem scharfen Rücksetzer im Juli blieb die Aktie von NGK anfällig für Gewinnmitnahmen. Es war kein konkreter operativer Auslöser erkennbar, stattdessen drückten ein schwächeres industrielles Geschäft und Sorgen um asiatische Lieferketten den Kurs zusätzlich.
Portfolio-Ausrichtung und Ausblick
Die Allokation bleibt ausgewogen und auf Robustheit in einem volatilen Umfeld ausgerichtet. Die Aktienquote liegt bei 66,17%, ergänzt um 12,85% Renten, 11,52% Liquidität und 9,46% Gold. Innerhalb der Aktienseite liegen die Schwerpunkte auf Informationstechnologie mit 24,53%, Industrie mit 14,79% und Finanzen mit 13,35%. Weitere Positionen bestehen im Gesundheitswesen mit 7,15%, in der Telekommunikation mit 3,17%, bei Versorgern mit 1,90% und bei Nicht-Basiskonsumgütern mit 1,28%. Das Rentensegment besteht zu 7,15% aus Euro-Unternehmensanleihen, zu 4,25% aus Bundesanleihen, und zu 1,45% aus US-Unternehmensanleihen.
Der Ausblick bleibt von erhöhter Volatilität geprägt. Der August hat erneut gezeigt, wie rasch geopolitische Wendungen über Energiepreise, Inflationserwartungen und Renditen in die Aktienbewertung durchschlagen. Jackson Hole hat die geldpolitische Unsicherheit vor der September-Sitzung erhöht, weil die Fed Inflation als unerledigte Aufgabe behandelt, ohne den Pfad festzulegen. Außen- und Handelspolitik, Exportkontrollen und die technologische Abgrenzung zwischen den USA und China können einzelne Branchen kurzfristig hart treffen. Im Technologiesektor entscheidet weiter, ob die hohen Investitionen in nachhaltig steigenden Umsatz und freie Cashflows münden – Nvidia hat dafür im August ein Argument geliefert, die Bewertung bleibt gleichwohl anspruchsvoll.
Wir halten deshalb an einer selektiven, qualitätsorientierten Linie fest. Mit einer neutralen Aktienquote bleiben wir grundsätzlich investiert, um an Kursgewinnen teilzuhaben. Der Fokus liegt auf Unternehmen mit soliden Bilanzen, verlässlichen Cashflows und nachvollziehbarer Kapitalallokation. Gold dient als Absicherung, die Liquiditätsquote als Puffer und als Mittel, bei besseren Einstiegsniveaus handeln zu können.
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Hannover bezogen werden.
1 Bureau of Labor Statistics, Serie CES0000000001. Die Statistiken der letzten zwei Monate sind stets als mit (P) gekennzeichnete preliminäre Schätzwerte zu sehen.
2 Bureau of Labor Statistics, Serie LNS11300000
3 Bureau of Labor Statistics, Serie LNS14000000
4 Bureau of Labor Statistics, Serie CUSR0000SA0
5 Bureau of Labor Statistics, Serie CUUR0000SA0L1E (YoY). Die monatliche (nicht adjustiert) Serie ist CUSR0000SA0L1E
6 Bureau of Labor Statistics, Serie CUUR0000SA0E. Die monatliche Serie ist CUSR0000SA0E
7 Bureau of Labor Statistics, Serie CUUR0000SETB01
8 FRED, Serie A191RL1Q225SBEA
9 FRED, Serie A006RL1Q225SBEA
10 FRED, Serie A020RL1Q158SBEA
11 FRED, Serie A822RL1Q225SBEA
12 FRED, Serie A021RL1Q158SBEA
13 FRED, Serie DPCERL1Q225SBEA
14 Eurostat, Serie prc_hicp_minr
15 Eurostat, Filter NRG
16 Eurostat, Filter TOT_X_NRG_FOOD
17 FRED, Serie CLVMEURSCAB1GQEA19
18 FRED, Serie CLVMNACSCAB1GQDE
19 FRED, Serien DFEDTARL (unteres Ende) und DFEDTARU (oberes Ende)
20 FRED, Serie ECBDFR
Wertentwicklung unserer Vermögensverwaltung in der Variante Aktien Chance/unseres Fonds
Quelle: Eigene Darstellung; die Darstellung wird auf Basis der Daten durch vwd Portfolio Manager (wöchentliche Konsolidierung) erstellt.
Datenstand 30.08.2026.
Erläuterung: Der Darstellung der Wertentwicklung in der obigen Grafik liegt das Modellportfolio unserer Vermögensverwaltung in der Variante IVV Aktien
Chance zugrunde, dass zum 1. Januar 2015 aufgelegt wurde. Aus Transparenzgründen wurde bereits bei der Berechnung und Darstellung der Wertentwicklung dieser Vermögensverwaltungsvariante die Verwaltungsvergütung des VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV (Anteilsklasse R) in Höhe von 1,64% p.a. in Abzug
gebracht sowie der max. mögliche Ausgabeaufschlag unterstellt, der bei Abschluss anfällt und vor allem im ersten Jahr ergebniswirksam wird. In der
tabellarischen Darstellung des Zeitraums ist dieser Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt. Ab dem 14.07.2020 (Fondsauflage) bildet der Chart die Wertentwicklung des Fonds ab. Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Darstellung zeigt bis zum 14.07.2020 die vergangene Performance der Vermögensverwaltung IVV Aktien Chance und nicht die
Performance des Investmentfonds VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV.
Grundsätzlich gilt, dass vergangenheitsbezogene Daten kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung sind. Es kann keine Zusicherung
gemacht werden, dass die Ziele der Anlagepolitik erreicht werden. Die Wertentwicklung der Vermögensverwaltungsmandate kann schwanken
und weder garantiert noch gewährleistet werden.
Wertentwicklung unserer Vermögensverwaltung in der Variante IVV Aktien Chance/unseres Fonds für den Zeitraum 01.01.2016 bis 30.08.2026
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Datenstand 30.08.2026.
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Variante IVV Aktien Chance zugrunde, das zum 1. Januar 2015 aufgelegt wurde. Aus Transparenzgründen wurde bereits bei der Berechnung und Darstellung
der Wertentwicklung dieser Vermögensverwaltungsvariante die Verwaltungsvergütung des VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV (Anteilsklasse R) in Höhe von 1,64% p.a. in Abzug gebracht. Ab dem 14.07.2020 (Fondsauflage) bildet der Chart die Wertentwicklung des Fonds ab. Die Zahlenangaben beziehen sich auf
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